Projektbausteine

Projektbausteine

Das Projekt ist als vergleichende Untersuchung angelegt und verfolgt einen diskursiven und aktivierenden Ansatz. Es gliedert sich in mehrere Projektbausteine.

Netzwerk Kommunen

Die am Forschungs-Praxis-Projekt beteiligten Kommunen liegen in strukturschwachen, ländlichen Regionen und weisen in unterschiedlicher Intensität spezifische Problemkonstellationen auf. Insgesamt wurden sieben Städte mit ihren Landkreisen ausgewählt. Die neuen Bundesländer sind mit einem Landkreis und einer Stadt vertreten.

Die ausgewählten Städte haben sich bereit erklärt, sich auf einen Prozess zur Verbesserung der kommunalen Integrationspolitik und eine interkulturell orientierte Organisationsentwicklung in den kommunalen Institutionen einzulassen. Hierzu gehört auch, dass sie gemeinsam mit den Landkreisen die Aufgabenzuordnung im Bereich Integration mit dem Ziel einer Optimierung reflektieren.

Gleichzeitig ist es Aufgabe der Kommunen, einen öffentlichen politischen Diskurs zum Thema Integration und demografischer Wandel und den Anforderungen an aktivierende interkulturell ausgerichtete öffentliche Institutionen zu organisieren. Ein Erfahrungsaustausch zwischen den Städten und Landkreisen und dem Projektbeirat erfolgt im Rahmen von gemeinsamen Netzwerkseminaren. Im Ergebnis sollen Empfehlungen für handhabbare Standards für den Prozess der interkulturellen Öffnung in von Schrumpfung betroffenen Kommunen erarbeitet werden.

>> Zu den teilnehmenden Kommunen und Landkreisen

Projektbeirat

Der Projektbeirat wird das Forschungs-Praxis-Projekt fachlich begleiten und übernimmt eine Supervisionsfunktion zur Evaluation und Qualitätssicherung des Projektes.

In einer Vorphase diskutiert und präzisiert er die Zielsetzungen und Fragestellungen des Projektes. In gemeinsamen Sitzungen erarbeitet er unter teilweiser Einbeziehung externer Experten Anforderungen zur Entwicklung von Standards interkultureller Öffnung kommunaler Institutionen. In gemeinsamen Seminaren mit den teilnehmenden Städten und Landkreisen sowie den Projektpartnern und dem beauftragten Forschungsinstitut werden Konzepte und Maßnahmen auf ihre Praxistauglichkeit hin erörtert und die eingeleiteten Schritte in den Kommunen reflektiert und weiterentwickelt.

Die Zusammensetzung des Beirats ist so gestaltet, dass Impulse und eine Multiplikatorenwirkung durch die ausgewählten Mitglieder ermöglicht werden. Bei der Auswahl wurde die Verschränkung zu anderen wichtigen und impulsgebenden Landes- und Bundesprogrammen beachtet.

Der Projektbeirat besteht  aus dreizehn Mitgliedern: Vertreter der Projektpartner, jeweils ein Vertreter der Bundesministerien für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, Arbeit und Soziales sowie Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, ein Vertreter der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, drei wissenschaftliche Experten unterschiedlicher Disziplinen und zwei Vertreterinnen aus Migrantenorganisationen.

>> Zum Projektbeirat

Forschung- Wissenschaftliche Begleitung und Evaluation

Die Begleitung und Evaluation der Aktivitäten in den Kommunen wird von DESI – Institut für Demokratische Entwicklung und Soziale Integration in Berlin in Zusammenarbeit mit dem imap Institut für interkulturelle Management- und Politikberatung in Düsseldorf durchgeführt. Die Aufgaben der Forschung sind:

  • Untersuchung der Entwicklungstendenzen der Kommunen vor dem Hintergrund des demografischen und strukturellen Wandels sowie der Verankerung und Ausgestaltung kommunaler integrationspolitischer Handlungsansätze. Hierzu sind quantitative und qualitative empirische Erhebungen in den Kommunen vorgesehen.
  • Entwicklung eines Coachingverfahrens auf Basis der Erkenntnisse und Qualifizierung der Kommunen für interkulturelle Ansätze der Organisationsentwicklung.
  • Begleitung der Kommunen bei der Initiierung eines stadtweiten Dialogs über Zuwanderung und Integration und der Etablierung einer neuen Anerkennungskultur.

DESI – Institut für Demokratische Entwicklung und Soziale Integration

Das Institut für Demokratische Entwicklung und Soziale Integration wurde 2008 gegründet und hat seither schwerpunktmäßig zu den Themen Migration und Integration, Stadt- und Quartiersentwicklung, Kommunalpolitik, Partizipation und bürgerschaftliches Engagement, Bildung und Jugend gearbeitet. Zu den Dienstleistungen von DESI gehören wissenschaftliche Erhebungen und Expertisen, Forschungsbegleitungen, Evaluationen sowie Politikberatung.

Die Mitarbeiter von DESI verfügen über langjährige Erfahrungen in der Erforschung kommunaler Integrationspolitik und von Prozessen der interkulturellen Öffnung. Dazu gehören unter anderem eine quantitative und qualitative Befragung zum Stand der kommunalen Integrationspolitik in Deutschland (2011 im Auftrag der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration und des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung), eine empirische Studie zur interkulturellen Organisations- und Personalentwicklung in der Berliner Verwaltung (2011 im Auftrag des Beauftragten des Berliner Senats für Integration und Migration), eine Bestandsaufnahme der in den Bundesländern ergriffenen Maßnahmen zur Erhöhung des Personalanteils in den öffentlichen Verwaltungen der Länder (2010/2011 im Auftrag des Landes Berlin), Evaluationen von Programmen des Landes Berlin zur Förderung von Maßnahmen gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus und zur Unterstützung von Integrationsprojekten und Migrantenorganisationen (2008 bis 2010) sowie Studien und aktivierende Befragungen zur Quartierentwicklung in Berlin im Auftrag der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung (2005/2006).

>> zur Homepage des Insitutes DESI

Imap – Institut für Interkulturelles Management und Politikberatung

Das Institut für Interkulturelles Management und Politikberatung – kurz imap Institut – kann bereits auf eine 10jährige Erfahrung als Beratungsinstitut im Bereich Integration und Migration zurückblicken. In diesem Zeitraum wurden mehr als 150 Projekte für Kommunen, öffentliche Einrichtungen, Stiftungen, Verbände und Unternehmen durchgeführt. Die Bandbreite reicht dabei von Projekten der strategischen Ausrichtung der kommunalen Integrationsarbeit über die Begleitung interkultureller Öffnungs-prozesse bis zu Vernetzungsprozessen unter Einbeziehung aller lokalen Akteure der Integrationsarbeit. Zusätzlich besteht eine umfangreiche Erfahrung in der Durchführung von interkulturellen Trainings und Coachings, die sowohl für Verwaltungen, öffentliche Einrichtungen als auch Unternehmen durchgeführt worden sind. Insgesamt arbeiten 22 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit unterschiedlichen akademischen und kulturellen Hintergründen (Politologie, Soziologie, Islamwissenschaft, Wirtschaftswissenschaft, Recht usw.) bei imap.

>> zur Homepage des Insitutes imap

Ergebnistransfer

Auf Grundlage der Ermittlungen und der Erfahrungen aus dem Coachingverfahren zur interkulturellen Öffnung erarbeitet die Forschungsgruppe Empfehlungen zur Implementierung einer interkulturell ausgerichteten Organisationsentwicklung und zur Verbesserung der Anerkennungskultur in den Kommunen. Die  Empfehlungen werden zusammen mit der Potenzialanalyse zu den Entwicklungskorridoren der Kommunen als Publikation veröffentlicht. Ziel ist es, allen Kommunen mit vergleichbaren Rahmenbedingungen Handlungsanleitungen zur Verfügung zu stellen und die Erkenntnisse in die Politik und die interessierte Fachöffentlichkeit zu tragen. Darüber hinaus wird ein Handbuch für den Aufbau von Seminar- und Fortbildungsprogrammen erstellt, mit dem die Integrationsarbeit in den ländlichen Regionen durch Wissenstransfer und die Vermittlung interkultureller Kompetenz qualifiziert werden kann.

Als öffentlichkeitswirksame Veranstaltungen sind ein Expertenworkshop und zum Abschluss des Projektes eine Konferenz zur Vorstellung der Ergebnisse vorgesehen.